09.2011-12.2011

Hunde tagelang im Dunkeln eingesperrt!



Kreis Altenkirchen - Schlimme Vorwürfe gegen eine selbst ernannte Tierschützerin aus dem Kreis Altenkirchen: Die Frau (36) hielt in ihrer Wohnung zwölf Katzen und fünf Hunde in elenden Verhältnissen. Die Tiere waren mehrere Tage allein im Dunkeln eingesperrt. Die Jalousien waren geschlossen, der Boden war mit Kot, Urin und Essensresten verdreckt. Die Amtstierärztin der Kreisverwaltung entdeckte die Tiere bereits am 29. April 2010. Jetzt zog die Tierhalterin, die heute im Kreis Ahrweiler lebt, vor das Verwaltungsgericht Koblenz. Grund: Der Kreis nahm ihr die Hunde und Katzen weg. Außerdem verbot er ihr, künftig Tiere zu halten. Gegen dieses Verbot klagt sie.

Hintergrund: Die Frau lebte bis April 2010 in einem Ort an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Sie pflegte Hunde und Katzen aus Kroatien und vermittelte sie an deutsche Interessenten. Sie arbeitete eng mit der Organisation „Tierhilfe Kroatien“ zusammen. Die Kreisverwaltung wirft der Frau vor, die Tiere völlig vernachlässigt zu haben. Die aber wies im Prozess alle Vorwürfe zurück. Sie beschuldigte ihren Vermieter, der zugleich ihr Ex-Freund ist. „Er hatte das Schloss an meiner Tür ausgetauscht. Wie hätte ich da in die Wohnung kommen sollen?“, fragte sie. Außerdem: „Er stellte das Wasser ab. Wie hätte ich da putzen sollen?“ Die knappe Antwort der Kreisvertreterin: „Sie hätten die Tiere in jedem Fall herausholen müssen!“ Die Frau hat bis heute drei Hunde und fünf Katzen – trotz des Tierverbots. Sie klagt, weil sie diese Tiere nicht auch noch verlieren will und weil sie erneut streunende Tiere aus Kroatien nach Deutschland vermitteln möchte. „Ich will den Tieren helfen“, sagte sie der RZ. „Ich mache das nicht wegen des Geldes.“

Im April 2010 erfuhr die Amtstierärztin durch eine Anzeige von den eingesperrten Tieren. Es muss furchtbar gewesen sein, als sie in die Wohnung kam. „Alles war mit Urin durchtränkt – Boden, Wände, Möbel“, berichtete sie im Prozess. „Es stank entsetzlich nach Ammoniak. Eine Qual für die Tiere! Und für uns!“ Die Ärztin holte die Hunde und Katzen sofort aus der Wohnung. Später wurden sie an den Tierschutzverein Breitscheid vermittelt. Bis dahin kostete den Kreis die Tierpflege 13 000 Euro. Der Anwalt der Frau sagte: „Was passiert ist, war ein singuläres Ereignis. Das spitzte sich alles so zu, wie meine Mandantin es nicht wollte.“ Ganz anders beurteilte die Ärztin die Klägerin: „Ihr sind Vorschriften völlig egal. Sie schiebt ihre Schuld einfach weg.“ Das Gericht zeigte sich unschlüssig, ob es das Tierhalteverbot bestätigt oder verwirft. Es berät sich jetzt und gibt seine Entscheidung bald bekannt.

Hartmut Wagner http://www.rhein-zeitung.de/regionales/altenkirchen-betzdorf_artikel,-Hunde-tagelang-im-Dunkeln-eingesperrt-_arid,304865.html


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